Biografie

Seit der Gründung 1976 spielte die Gruppe an weit über eintausend Anlässen, deren Orte von Berghütten bis zu Konzertsälen in Grossstädten reichten und die Gruppe mit ihrer Musik in verschiedene Länder (D, FR, NL, USA, Japan) brachten. Radio- und TV-Aufnahmen machten die Schürmüli Musig weiter bekannt. Die Gruppe erhielt vom Kuratorium des Kanton Aargau einen Förderungsbeitrag. In der wunderschönen Akustik ihrer alten Mühle - der Schürmühle - entstand eine CD: SMM 791.
Die Schürmüli Musig nahm am internationalen Hackbrettfestival in München teil. Sie spielte am internationalen Folkfestival in Rudolstadt (D). Zusammen mit einer afrikanischen Band zeigte sie ein interkulturelles Konzert-Programm am „Festival intercultures“ in Dakar (Senegal). Weitere interkulturelle Projekte realisierte die Schürmüli Musig mit kurdischen und ungarischen Musikern. Während mehrere Jahre konzertierte sie an den Volksmusiktagen in München. Für eine Theaterproduktion schlüpfte sie in die Rolle einer Zigeunermusik.



Weissrussland-Tournee April 2007 .....(Fotos)
















Im Rahmen eines Kulturaustausches zwischen dem Kanton Aargau und Belarus (Weissrussland) war die Schürmüli Musig für neun Tage in Belarus zu Gast. Neben verschiedenen Konzertauftritten in der Hauptstadt Minsk und im Süden des Landes hatten die Musikerinnen und Musiker auch die Gelegenheit, verschiedene kulturelle Einrichtungen zu besuchen und Proben belarussischer Musiker beizuwohnen.
Am Minsker Flughafen wurden wir von Sascha, unserem russisch-französisch Übersetzer, von Leonid, dem charmantesten aller Kulturbeamten, und Genady, dem perfekten Chauffeur, der eigentlich Tänzer ist, sehr herzlich empfangen. Wir erlebten wir einen sehr gut organisierten Aufenthalt und wurden von den Dreien vorzüglich betreut und begleitet.
Die Fahrt vom Flughafen ins Hotel gab uns ein erstes Bild von Minsk, das im zweiten Weltkrieg grösstenteils zerstört worden ist: Eintönig wirkende Hochhäuser mit auffällig vielen grossen Grünflächen, dazwischen, gegen das Stadtzentrum hin stattliche Bürgerhäuser, ein streng angeordnetes Strassensystem, einige ältere Kirchen, und auch hier grosszügig breite Strassen mit entsprechenden Fussgängerbereichen und vielen Grünzonen.

Unser erstes Konzert fand in der pädagogischen Universität statt, wo die Studentinnen und Studenten sich unter anderem mit Schwerpunkt Volkskultur ausbilden lassen können. Diese Studienrichtung beinhaltet traditionelle Handwerke wie weben, töpfern, schnitzen, Stroh flechten, aber auch Musik und Volkstanz. Die belarussischen Kinder werden mit 6 Jahren eingeschult und sie, beziehungsweise ihre Eltern, müssen sich bereits zu diesem Zeitpunkt für ein Schwerpunktfach entscheiden, in welchem sie nebst der Allgemeinbildung täglich  zwei Stunden unterrichtet werden. Ein Schwerpunkt kann beispielsweise im Bereich Sprachen oder Musik liegen. Dieses System erklärt sicher auch das sehr hohe Leistungsniveau im gewählten Bereich; die leistungsstarken Schüler werden sehr gefördert, können  etwa gratis die Musikakademie oder die Universität besuchen, währenddem die andern Schulgeld bezahlen müssen oder von der Schule abgehen.
In Minsk spielten wir mehrere Konzerte vor ganz unterschiedlichem Publikum und immer wieder waren wir gespannt darauf, wie die Zuhörenden unsere Musik aufnehmen würden. Nebst einem Repertoire mit instrumentalen Appenzeller Stücken hatten wir auch verschiedene Schweizerlieder im Repertoire, dazu einige Ausflüge in südamerikanische Gefilde und Eigenkompositionen mit improvisierten Teilen. Interessant waren für uns die positiven Echos auf die improvisierten, klangmalerischen und geschichtenerzählenden Stücke in unserem Repertoire. Auch der mehr herz- als leistungsbetonte Aspekt unserer Musik wurde wahrgenommen und sprach das Publikum sehr direkt an. Ein starkes Interesse hatte das Publikum auch am Appenzeller Hackbrett, welches mit dem in Belarus gespielten Zymbal verwandt ist. Das Belarussische Zymbal unterscheidet sich jedoch vom Hackbrett durch seinen  härteren und lauteren Klang, durch eine andere Schlägerform und damit auch durch eine andere Schlagtechnik. Gerade bei den Zymbalistinnen - es sind vorwiegend Frauen - gibt es in Belarus sehr viele hervorragende Spielerinnen, so etwa im „Nationalorchester für Volksmusik“ an der staatlichen Philharmonie oder an der Musikakademie, wo wir zu Proben eingeladen waren. Aber auch in ländlichen Gebieten ist das Zymbal verbreitet, nebst dem Akkordeon und verschiedenen Grössen von Balalaikas.
Unsere Konzerte im Süden des Landes, in Schitkawitschy, Chervonaje und Turau, waren Höhepunkte unserer Reise. Die Menschen empfingen uns mit einer riesengrossen Herzlichkeit und einem starken Interesse an unserer Musik. Während der Konzerte brachten Kinder und Erwachsene Blumen auf die Bühne, sodass wir jeweils am Schluss ein Riesenbouquet duftender Tulpen, Narzissen und Rosen mitnehmen durften. In einfachsten Verhältnissen und unter schwierigen Bedingungen lebende Menschen brachten uns mit ihrem Lachen und ihrer Offenheit das grösste Geschenk, das man sich wünschen kann. So fiel es uns dann nach diesen neun intensiven Tagen nicht ganz leicht, Abschied zu nehmen.
Mit reichen Erinnerungen sind wir wieder in die Schweiz zurückgekehrt, und die Eindrücke unserer Reise nach Belarus werden sicher auch in der Schürmüli Musig  ihre Spuren hinterlassen. Vielleicht wird das eine oder andere belarussische Stück Einzug in unser Repertoire halten...


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