Projekte



Solaprogramm


April 2007
Weissrussland-Tournee ...(Fotos)


März 2007
Schweizer Hackbrett-Tag Wil/SG ...(Fotos)


Okt. 2005 8. Cimbalom Word Congresss Beijing


Juli 2004
Festival de Caribe, Santiago de Cuba ...(Fotos)


Oktober 2003
7. Hackbrett Welt Kongress in Appenzell ...(Fotos)


September 2003
World Week of Santour Teheran, Iran ...(Fotos)













SOLAPROGRAMM

Barbara Schirmer neustes Solo-Programm ist eine faszinierende Licht-Ton-Performance. Im Dunkeln bewegen sich vier leuchtende Sticks in einem geheimnisvollen Klangtanz. Woher kommen die Töne? fragt sich der Zuschauer verblüfft und staunt über ein seltsames Instrument, das wie ein roter Vulkan langsam aus der Dunkelheit auftaucht - und dann im nächsten Stück als blauer Wasserfall daherrauscht.
Allmählich erhellt das Licht die Bühne und gibt Antworten auf die rätselhaften tönenden Landschaften. Barbara Schirmer präsentiert mit viel Engagement und einer Prise Humor ihre Hackbretter in einer ausserordentlichen Vielfalt. Der musikalische Bogen spannt sich von bekannten Klängen aus dem Appenzell, über osteuropäische und asiatische Musik hin bis zu südamerikanischen Ohrwürmern. Interessant und witzig sind auch ihre Eigenkompositionen, sei es ein wirbliger Südwind, der 5-Tagewoche-Blues oder eine Auftragskomposition für Wasserkraftwerke.
Dabei zaubert Barbara Schirmer aus dem Hackbrett neue, noch nie gehörte Klänge, in dem sie z.B. mit chinesischen Essstäbchen spielt oder mit Gläsern über die Saiten heult wie eine Slide-Gitarre. Einzigartig ist schliesslich ihre 4-Stick-Technik, die sie als einzige Spielerin meisterlich beherrscht.
Für die speziellen Instrumentenaufbauten und die Lichtregie ist Willi Duss zuständig.
Wer sich ein Kulturvergnügen mit akustischen und optischen Neuheiten wünscht, sollte sich für dieses Programm einen Platz sichern.


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WEISSRUSSLAND-TOURNEE

Im Rahmen eines Kulturaustausches zwischen dem Kanton Aargau und Belarus (Weissrussland) war die Schürmüli Musig für neun Tage in Belarus zu Gast. Neben verschiedenen Konzertauftritten in der Hauptstadt Minsk und im Süden des Landes hatten die Musikerinnen und Musiker auch die Gelegenheit, verschiedene kulturelle Einrichtungen zu besuchen und Proben belarussischer Musiker beizuwohnen.
Am Minsker Flughafen wurden wir von Sascha, unserem russisch-französisch Übersetzer, von Leonid, dem charmantesten aller Kulturbeamten, und Genady, dem perfekten Chauffeur, der eigentlich Tänzer ist, sehr herzlich empfangen. Wir erlebten wir einen sehr gut organisierten Aufenthalt und wurden von den Dreien vorzüglich betreut und begleitet.
Die Fahrt vom Flughafen ins Hotel gab uns ein erstes Bild von Minsk, das im zweiten Weltkrieg grösstenteils zerstört worden ist: Eintönig wirkende Hochhäuser mit auffällig vielen grossen Grünflächen, dazwischen, gegen das Stadtzentrum hin stattliche Bürgerhäuser, ein streng angeordnetes Strassensystem, einige ältere Kirchen, und auch hier grosszügig breite Strassen mit entsprechenden Fussgängerbereichen und vielen Grünzonen.

Unser erstes Konzert fand in der pädagogischen Universität statt, wo die Studentinnen und Studenten sich unter anderem mit Schwerpunkt Volkskultur ausbilden lassen können. Diese Studienrichtung beinhaltet traditionelle Handwerke wie weben, töpfern, schnitzen, Stroh flechten, aber auch Musik und Volkstanz. Die belarussischen Kinder werden mit 6 Jahren eingeschult und sie, beziehungsweise ihre Eltern, müssen sich bereits zu diesem Zeitpunkt für ein Schwerpunktfach entscheiden, in welchem sie nebst der Allgemeinbildung täglich  zwei Stunden unterrichtet werden. Ein Schwerpunkt kann beispielsweise im Bereich Sprachen oder Musik liegen. Dieses System erklärt sicher auch das sehr hohe Leistungsniveau im gewählten Bereich; die leistungsstarken Schüler werden sehr gefördert, können  etwa gratis die Musikakademie oder die Universität besuchen, währenddem die andern Schulgeld bezahlen müssen oder von der Schule abgehen.
In Minsk spielten wir mehrere Konzerte vor ganz unterschiedlichem Publikum und immer wieder waren wir gespannt darauf, wie die Zuhörenden unsere Musik aufnehmen würden. Nebst einem Repertoire mit instrumentalen Appenzeller Stücken hatten wir auch verschiedene Schweizerlieder im Repertoire, dazu einige Ausflüge in südamerikanische Gefilde und Eigenkompositionen mit improvisierten Teilen. Interessant waren für uns die positiven Echos auf die improvisierten, klangmalerischen und geschichtenerzählenden Stücke in unserem Repertoire. Auch der mehr herz- als leistungsbetonte Aspekt unserer Musik wurde wahrgenommen und sprach das Publikum sehr direkt an. Ein starkes Interesse hatte das Publikum auch am Appenzeller Hackbrett, welches mit dem in Belarus gespielten Zymbal verwandt ist. Das Belarussische Zymbal unterscheidet sich jedoch vom Hackbrett durch seinen  härteren und lauteren Klang, durch eine andere Schlägerform und damit auch durch eine andere Schlagtechnik. Gerade bei den Zymbalistinnen - es sind vorwiegend Frauen - gibt es in Belarus sehr viele hervorragende Spielerinnen, so etwa im „Nationalorchester für Volksmusik“ an der staatlichen Philharmonie oder an der Musikakademie, wo wir zu Proben eingeladen waren. Aber auch in ländlichen Gebieten ist das Zymbal verbreitet, nebst dem Akkordeon und verschiedenen Grössen von Balalaikas.
Unsere Konzerte im Süden des Landes, in Schitkawitschy, Chervonaje und Turau, waren Höhepunkte unserer Reise. Die Menschen empfingen uns mit einer riesengrossen Herzlichkeit und einem starken Interesse an unserer Musik. Während der Konzerte brachten Kinder und Erwachsene Blumen auf die Bühne, sodass wir jeweils am Schluss ein Riesenbouquet duftender Tulpen, Narzissen und Rosen mitnehmen durften. In einfachsten Verhältnissen und unter schwierigen Bedingungen lebende Menschen brachten uns mit ihrem Lachen und ihrer Offenheit das grösste Geschenk, das man sich wünschen kann. So fiel es uns dann nach diesen neun intensiven Tagen nicht ganz leicht, Abschied zu nehmen.
Mit reichen Erinnerungen sind wir wieder in die Schweiz zurückgekehrt, und die Eindrücke unserer Reise nach Belarus werden sicher auch in der Schürmüli Musig  ihre Spuren hinterlassen. Vielleicht wird das eine oder andere belarussische Stück Einzug in unser Repertoire halten...


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FUSIÒN

Auf verschlungenen Wegen gelangte die Musik meiner CD's in die Hände des kubanischen Choreographen Antonio Perez. «Me enamorè en tu musica», verriet er mir später. «Ich habe mich in Deine Musik verliebt...und träume den Traum von einem afrokubanischen Ballett zu Deinen Hackbrettklängen». Die Idee war, eine Geschichte aus den afrokubanischen Mythen mit Gesang, Musik und Tanz zu erzählen.

Ich war sogleich begeistert von diesem Konzept, ist es doch schon lange auch mein Wunsch, meine Hackbrettkompositionen mit kubanischer Musik zu kombinieren. Seit Jahren beschäftige ich mich mit kubanischer Perkussion und regelmässig fahre ich nach Kuba, um mich weiterzubilden.

Wir vereinbarten, dass ich im Winter nach Santiago reisen würde, um die Musik vorzubereiten und dass das Projekt im Juli am Festival del Caribe in Santiago de Cuba uraufgeführt würde.

Dank der grossartigen Mithilfe des Musikers und Produzenten Bongo Wydler schafften wir im Februar in der allzu kurzen Zeit das fast Unmögliche: ein Repertoire zusammen mit kubanischen Musikern zu arrangieren und aufzunehmen, so dass die Tänzer ihre Tänze einstudieren konnten. Die künstlerische Arbeit war von Anfang an sehr faszinierend. Die organisatorische Seite des Projektes gestaltete sich schwierig: kein Geld, kein Probelokal, keine Transportmittel, keine Kostüme. Dazu kam der Umstand, dass unsere Truppe auf 20 Mitwirkende anwuchs: 8 Tänzerinnen und Tänzer, 5 Perkussionisten, 3 Sängerinnen und Sänger, 1 Schauspielerin sowie Hackbrett, Bass und Synthesizer.

Bei den Endproben während meines zweiten Aufenthaltes in Santiago mussten wir wegen der erwähnten Schwierigkeiten unser Projekt etwas abspecken und die Idee, eine ganze Geschichte zu erzählen, fallen lassen.

So entstand das Projekt «Fusiòn» - eine sensible Mischung von Elementen verschiedener Stile und Kulturen ausgedrückt in Musik, Tanz, Wort und Gesang.

Die Reaktionen des Publikums zeigten uns, dass etwas Spezielles entstanden war, etwas, das die Leute berührte und begeisterte. Auch mich kribbelte es im Bauch, wenn Luisa zu meiner Komposition «Storchenflug» ihre afrikanischen Gesänge schmetterte und die Tänzerinnen und Tänzer sich in eine Gruppe anmutiger Zugvögel verwandelten. Es war einfach toll, Hackbrett zu spielen, getragen vom komplexen Rhythmus von fünf Perkussionisten - und wenn dazu der Sänger Dagoberto mit seinem feurigen Temperament einheizte, kamen die Tänzerinnen und Tänzer erst recht in Schwung, liessen Arme, Köpfe und Hüften wackeln und Spieler und Publikum kamen so richtig in Fahrt.

Die Freude und der spielerische Genuss wogen, Schweiss, Sorgen und Müh leicht wieder auf - und es bleiben ein wohliges, swingendes Gefühl, vielfältige Erinnerungen und der Traum von einer Weiterentwicklung des Projektes «Fusiòn» mit einer guten Organisation und einem funktionierenden Sponsoring in Kuba oder in Europa.


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7. Hackbrett Welt Kongress in Appenzell, Schweiz

Vom 8.- 12. Oktober 2003 fand in Appenzell der 7. Kongress der Cimbalom World Associaton statt. Der Hackbrettbauer, Johannes Fuchs, organisierte zusammen mit seiner Familie ein gigantisches Ereignis, das während 5 Tagen von morgens zehn Uhr bis weit in die Nacht hinein Kongressteilnehmer aus 20 Ländern sowie eine grosse Zuhörerschaft in Atem hielt.

Am ersten Kongressmorgen besprach die Mitgliederversammlung des Hackbrett- Weltverbandes die laufenden Geschäfte und spann Visionen über die Zukunft des Verbandes. Danach waren die verbalen Formalitäten auch schon erledigt und die weit über 100 Hackbrettspieler und Hackbrettspielerinnen aus der ganzen Welt kamen zu ihrer Lieblingstätigkeit: dem Musizieren.

Während der folgenden vielen Stunden wurde in vielfältigen und sehr hochstehenden Darbietungen verschiedenste Hackbrettstile vorgestellt, z.B. urwüchsige Klänge aus der Ukraine, filigrane Kompositionen aus China, virtuoses Spiel aus Weissrussland. Dabei war eine riesige Palette an Hackbrettern zu hören von kleinen Hackbrettern bis zu grossen Cimbali . Man konnte die verschiedenen Ruten und Schlägel in Aktion sehen und unterschiedlichste Spieltechniken beobachten.

Während auf der Bühne die Konzerte wie am Schnürchen abliefen, fanden im Proberaum die verrücktesten Sessions statt, in der die HackbrettspielerInnen lustvoll Ideen austauschten und die Stimmung war oft so mitreissend, dass spontan getanzt wurde. Ein paar Müsterchen dieser wunderbaren Sessions waren am Galakonzert zu hören.

Den intensiven fachlichen Austausch bereicherte eine Ausstellung mit Noten, CD's und Instrumenten. Einen wichtigen Platz während des Kongresses hatten jedoch auch Plausch und Gemütlichkeit. Jeden Abend spielte eine lüpfige Appenzeller Musik zum Tanz auf. Der Gastgeber Appenzell präsentierte auch am Galakonzert seine vielseitige Musikkultur und es entstand ein spannender und kontrastvoller Wechsel mit der Musik anderer Länder.

Das Fernsehen SF 1 stellte den Anlass in einem Beitrag in der Tagesschau vor und es war erfreulich zu erleben, mit welch wachsender Begeisterung die TV-Equipe drehte - wohl völlig überrascht über dieses giganitsche Feuerwerk an Konzerten der teilnehmenden Länder Schweiz, U.S.A. , Ukraine, Israel, Singapore, Malaysia, Slovakai, England, Japan, Weissrussland, Oesterreich, Tschechien, China, Türkei, Griechenland, Moldavien, Deutschland, Ungarn, Holland, Russland.

Ich freue mich bereits auf den nächsten Hackbrett-Welt-Kongress in zwei Jahren und auf die grosse Familie der Hackbrettspielerinnen und Hackbrettspieler wieder zu treffen. Ich bin gespannt, wo das Ereignis stattfinden wird....vielleicht in Deutschland......vielleicht in Singapore.


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World Week of Santour Teheran

Vom 9. Stock des Hotel Laleh sieht man direkt auf die kahlen Berge hinter der rasend schnell wachsenden Stadt Teheran. Gestern nacht bin ich zusammen mit einer Freundin im Iran angekommen. Die Kopfttücher umgebunden marschieren wir mit Musikinstrument, Ständer und viel Gepäck an der iranischen Sittenwächterin vorbei Richtung Flughafenausgang, wo uns in einer brodelnden Menschenmenge zwei weisse Zettel mit unseren Namen entgegenflattern. Wir werden von den Organisatoren des Festivals mit perfekter Höflichkeit empfangen und elegant durch den unglaublichen Verkehr Teherans zum Hotel chauffiert.

Im vergangenen Sommer erhalte ich per e-mail eine Einladung an ein Musik-Festival in den Iran. Das Ziel des Festivals «World week of Santour» ist es, das Hackbrett, das seinen Ursprung vermutlich in Persien hat, in seinen aktuellen unterschiedlichsten Erscheinungsformen und Spielweisen vorzustellen. Pro Land darf ein Musiker oder eine Musikerin die Kultur des Hackbrettes in einem Konzert und in einem Workshop vorstellen. Organisiert wird der Anlass vom Music department of Niavaran Artistic Creation Foundation, die im Norden Teherans ein sehr schönes und lebendiges Kulturzentrum hat, in dem verschiedene Künste unter einem Dach aktuelle und höchst interessante Projekte realisieren.

Ich bin von der Idee, in einem islamischen Land als Frau meine Musik vorzustellen, sogleich fasziniert. Die Position des Kopftuches - wieviel Haar darf man sehen? - die Höhe des Rocksaumes, die Dicke der Strümpfe sind frauenspezifische Fragen, die mich in der Vorbereitungsphase beschäftigen. Im Internet lese ich: Das Kopftuch darf nicht zu farbig sein; Haare in der Stirn darf man sehen; 60 Peitschenhiebe für fehlendes Kopftuch - mich friert. - Ich höre: Frauen im Iran dürfen nicht öffentlich singen; Alkohol ist verboten, der Schwarzmarkt soll jedoch in den Händen einflussreichster Kreise sein. Im Irak wird ein Chefbeamte der UNO niedergebombt. Ich sage mir: Iran ist nicht Irak. Meine Begleiterin, Doro, liest verschiedene Literatur über den Iran. Sie zeigt mir eine Darstellung der politische Struktur. Wir diskutieren die Position des Wächterrates. Das Abflugdatum rückt näher. Der mail-Kontakt mit dem Hauptorganisator, Herrn Tavakoli, ist sehr herzlich und in seinen Briefen schimmert bereits ein köstlicher Humor durch, der mein Herz wärmt.

Das Festival ist sehr professionell und gleichzeitig sehr liebevoll organisiert. Jeden Abend findet im grossen Hof des Niavaran Kulturzentrums ein Konzert mit verschiedenen SolistInnen statt. Tagsüber erteilen die MusikerInnen Workshops. Zwischendurch finden Pressekonferenzen, Radio und TV Interviews statt. Das Publikum füllt jeden Abend sämtliche Plätze. Es ist äusserst aufmerksam und ich spüre bei den ZuhörerInnen einen grossen Appetit auf Kultur und speziell auf Musik. Die Studenten der Musikhochschule - im Iran ist Santur (die persische Schwester des Hackbrettes) ein Konservatoriumsinstrument - sind sehr wissbegierig und entsprechend interessant gestalten sich die Workshops, die wir MusikerInnen ihnen geben.

Die Iraner betreuen uns mit rührender Herzlichkeit und ganz im Geist der orientalische Sitte: «der Gast ist König». In wenigen Tagen schliessen wir viele Freundschaften. Wir geniessen den Humor manch fröhlicher Runde und verrutscht uns mal das Kopftuch, weil wir uns schief lachen, sagt man uns: «Mach Dir keine Sorge wegen des Kopftuches». Aber natürlich ist dieser Kleiderzwang für uns Frauen stets präsent. Der Reflex, bei Tisch oder bei 40 Grad Hitze, Kopftuch und Mantel ausziehen, begleitet mich während meines ganzen Aufenthaltes. Es gibt keinen Tag ohne eine weibliche Empörung: Frauen dürfen öffentlich nicht tanzen; Frauen dürfen nicht Velo fahren; Frauen dürfen nicht das Swimming pool des Hotels benützen etc. Andrerseits fällt mir auch der tägliche Protest unzähliger Iranerinnen auf, die mit lose gebundener Kopfbedeckung und körperbetonten Mantelschnitten Zentimeter um Zentimeter für ihre Selbstbestimmung kämpfen.

Umso mehr freut es mich, dass die Organisation zur Hälfte Musikerinnen eingeladen hat, denn man spürt, dass Frauen auf der Bühne im Iran immer noch Seltenheitswert haben. Wir Hackbrettspieler und Hackbrettspielerinnen aus aller Welt fühlen uns einmal mehr wie eine grosse Familie. Wir denken an die zwei Spieler aus Indien und Bulgarien, die wegen Visumschwierigkeiten nicht kommen konnten. Unsere Aufgabe ist es, die traditionelle Seite unserer Volksmusik zu repräsentieren. Mit dabei sind:
Viktoria Herenscar aus Ungarn, die Mitbegründerin des Hackbrett-Weltverbandes, beginnt als verwegene Musikerin zum Schrecken aller auf der Bühne plötzlich zu singen!
Yangqin Zhao aus China, die den Namen «Yangqin - Hackbrett» von ihrem Vater erhielt und schon als Kind täglich sechs bis acht Stunden übte, was dann als zwanzigjährige mit dem Preis der besten Spielerin Chinas honoriert wurde.
Martina Krigovska aus der Slovakei spielt mit jugendlicher Frische slovakische Volksmusik; sie schlägt unter anderem in der Slovakei in einer Militärkappelle das Hackbrett.
Katsiarina Anokhina aus Weissrussland trägt einmal mehr die Virtuosität des weissrussischen Hackbrettspiels in die Weltöffentlichkeit. In Weissrussland ist das Hackbrett seit längerem wie auch zum Beispiel in China oder Ungarn ein Hochschulinstrument.
Marios Papadeas aus Griechenland gewinnt mit seinem gemütvollen Spiel und seiner warmen Stimme sogleich die Herzen der Zuhörer - und wie ich vermute ebenso sehr jene der Zuhörerinnen.
Saeed Sabet aus dem Iran spielt zusammen mit dem Tombakspieler Mohammed Esmaili moderne Iranische Volksmusik.
Majid Kiani der grossartige Santourspieler aus dem Iran vereint auf dem Santour die grosse Gelassenheit eines Meisters mit der Herzlichkeit einer wunderbaren Persönlichkeit.
Ich als Vertreterin der Schweiz spiele Appenzellermusik, wie ich sie seit meiner Kindheit im Ohr habe und einmal mehr staune ich darüber, dass die lieblichen Melodien beim Publikum ebenso Anklang finden wie die höchste Virtuosität anderer Volkmusik.

Die musikalischen und menschlichen Erfahrungen dieser Reise erfüllen mich grosser Freude und haben mir ein vielfältiges Bild eines bei uns weitgehend unbekannten Landes gezeigt, in das ich trotz einiger Widerwärtigkeiten sogleich wieder hinfahren würde.

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